Historischer Lernort Neulandhalle

Geschichte verstehen - Demokratie stärken

Ein Ort mit schwieriger Geschichte

Die Neulandhalle im Dieksanderkoog ist ein besonderer Erinnerungsort. Das Gebäude wurde 1935 im damaligen „Adolf-Hitler-Koog“ errichtet und diente den Nationalsozialisten als Versammlungs- und Schulungsstätte. Hier inszenierte das NS-Regime die Eindeichung des Koogs als vermeintlich friedliche Landgewinnung und propagierte zugleich seine Ideologie von „Volksgemeinschaft“ und „Lebensraum“.

 

Die Neulandhalle macht deutlich, wie eng scheinbar unpolitische Themen wie Deichbau und Siedlungspolitik mit den rassistischen und menschenverachtenden Zielen des Nationalsozialismus verbunden waren.

Vom NS-Bau zum Lernort

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Neulandhalle zunächst als Gaststätte genutzt. 1971 erwarb die evangelische Kirche das Gelände und richtete hier eine Jugendfreizeitstätte ein. Als diese 2011 geschlossen wurde, entstand die Idee, den historisch belasteten Ort nicht aufzugeben, sondern ihn zu einem Ort der politischen Bildung weiterzuentwickeln.

 

Entwickelt und umgesetzt wurde der Historische Lernort von einer Projektgruppe der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History der Europa-Universität Flensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Danker. Gemeinsam mit der Nordkirche, dem Kirchenkreis Dithmarschen und dem Land Schleswig-Holstein wurde das Konzept verwirklicht und der Historische Lernort im Jahr 2019 eröffnet.

Die Außenausstellung

Die frei zugängliche Außenausstellung vermittelt die Geschichte der Neulandhalle und ihrer Entstehungszeit. Mannshohe Buchstaben der Begriffe „Volksgemeinschaft“ und „Lebensraum“ bilden die Ausstellungsflächen und erläutern die ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus sowie deren Folgen.

 

Am Ende werden Besucherinnen und Besucher mit den Fragen konfrontiert: „Was hat das mit mir zu tun?“ und „Wer sind heute die Anderen?“ Der Lernort lädt dazu ein, über Ausgrenzung, Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken.

Das Gebäude heute

Die Neulandhalle selbst wurde weitgehend in ihren ursprünglichen baulichen Zustand zurückversetzt und als historisches Denkmal erhalten. Sie kann im Rahmen von Führungen oder nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Gemeinsam mit der Außenausstellung bildet sie heute einen authentischen Lern- und Erinnerungsort, der die Geschichte des Nationalsozialismus am Beispiel eines konkreten Ortes in Dithmarschen verständlich und nachvollziehbar vermittelt.

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Öffnungszeiten

Die Außenausstellung ist täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit frei zugänglich.

 

Das historische Gebäude kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

 Adresse

Historischer Lernort Neulandhalle

Franzosensand 2

25718 Friedrichskoog

Website

 Barrierefreiheit

Die Außenausstellung verläuft auf befestigten Wegen und ist grundsätzlich gut zugänglich.

 Führungen & Gruppen

Von April bis Ende Oktober 2026 findet sonntags um 11 Uhr eine kostenfreie öffentliche Führung ohne Anmeldung statt.

 

Gruppenführungen können ganzjährig nach vorheriger Anmeldung gebucht werden.